Die Psalmen auswendig beten: das älteste Gebetbuch der Kirche
Lerne einen Psalm auswendig, und er wird zum Gebet, das du überall beten kannst — Worte für Trauer und Lob und alles dazwischen. Mit welchen Psalmen du beginnst und wie du einen ganzen lernst.
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Die meisten von uns beten, sich selbst überlassen, in einem schmalen Bereich — meist Bitten, meist um das Heute. Die Psalmen sprengen die Wände dieses kleinen Zimmers. Sie geben uns Worte für Trauer und Jubel, für Bekenntnis und Klage, für Staunen und Müdigkeit und Zorn und Ruhe — die ganze Spannweite einer Seele vor Gott. Und wenn ein Psalm auswendig gelernt ist, wird er zum Gebet, das du überall beten kannst, ohne Buch und ohne Plan: das älteste Gebetbuch der Kirche, im Herzen getragen.
Warum einen Psalm auswendig lernen, statt ihn nur zu lesen
Ein gelesener Psalm ist ein Psalm, den du besuchst; ein auswendig gelernter Psalm ist ein Psalm, den du bewohnen kannst. Sind seine Worte einmal dein, tauchen sie ungerufen auf — der Hirte des Psalms 23 in banger Stunde, die Barmherzigkeit des Psalms 51, wenn du versagt hast, das „Lobe den HERRN, meine Seele“ des Psalms 103, wenn die Dankbarkeit nach Sprache verlangt. Du hörst auf, über das Gebet zu lesen, und fängst an zu beten. Das ist es, was die Mönche wussten, die den ganzen Psalter auswendig lernten: Sie speicherten nicht Texte, sie richteten ein Leben des Gebets ein.
Psalmen für den Anfang
Fang kurz an, und fang mit einem Psalm an, der dir schon entgegenkommt.
- Psalm 23 — der Hirte; kurz, geliebt und wahrscheinlich schon halb bekannt. Der natürliche erste Psalm.
- Psalm 121 — „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.“ Ein Psalm des Wanderers, kurz und fest.
- Psalm 103 — „Lobe den HERRN, meine Seele.“ Der große Psalm der Danksagung; lerne ihn in Stücken.
- Psalm 51 — das Gebet der Buße, für die Zeit, wenn du die Worte brauchst und deine eigenen nicht findest.
- Psalm 91 — Zuflucht und Schutz; ein Psalm, den man über die Furcht betet.
- Psalm 1 — kurz, und eine passende Tür zum ganzen Buch.
Wie man einen ganzen Psalm lernt
Ein Psalm ist länger als ein einzelner Vers, also lerne ihn, wie du etwas Großes essen würdest: in Stücken und langsam. Nimm ihn ein paar Verse auf einmal; sprich die früheren Zeilen, bevor du die nächste hinzufügst, damit der Psalm als ein zusammenhängendes Ganzes wächst und nicht als ein Haufen Bruchstücke. Sag ihn laut — die Psalmen wurden geschaffen, um gesprochen und gesungen zu werden, und ihr Rhythmus ist die halbe Erinnerung. Vor allem: hetze nicht; ein Psalm, über einen Monat gelernt und unterwegs gebetet, wird in dich hineingebetet, noch während du ihn lernst. (Der Leitfaden zu ganzen Kapiteln sagt mehr darüber, wie man von Versen zu Abschnitten aufbaut.)
Vom Auswendigen zum Gebeteten
Das Ziel ist nicht das Aufsagen, sondern das Gebet. Ist ein Psalm einmal dein, bete ihn langsam und mache seine Worte zu deinen eigenen — halte inne, wo eine Zeile deinem Tag begegnet, lass seine Trauer deine Trauer benennen und sein Lob dein Lob erheben. Hier wird die Erinnerung zur Meditation, und die Meditation wird zum Gebet. Beginne diese Woche mit Psalm 23; lass Take Root ihn zurückbringen, bis er sich selbst betet. Du lernst, mit den Worten zu beten, die Gott zum Beten gab — und schließt dich einer Schar der Gläubigen an, von den Mönchen über die Märtyrer bis zu deiner Großmutter, die dieselben Zeilen auswendig gebetet haben.